Kircheneintritt

Dazugehören

Manche finden erst als Erwachsene Kontakt zur Kirche. Andere sind zwar getauft, aber ausgetreten, möchten aber den Austritt rückgängig machen. Wieder andere gehören einer anderen Konfession an und wollen Mitglied der evangelischen Kirche werden. Hier finden Sie Informationen zu Eintritt, Wiedereintritt, Übertritt.

Mithelfen

Die Landeskirche Braunschweig dankt allen, die sich engagieren und die kirchliche Arbeit auch finanziell unterstützen - durch die Kirchensteuer, oder durch Spenden und Kollekten. Durch ihren finanziellen Beitrag helfen die Mitglieder, dass die Kirche ihren Auftrag erfüllen kann: die christliche Botschaft in Wort und Tat weiterzugeben, Menschen in Freud und Leid zu begleiten, Orientierung und inneren Halt zu vermitteln, Gemeinschaft erfahrbar zu machen und zu einer Kultur der Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft beizutragen.

Eintritt, Wiedereintritt, Übertritt

Eintreten

Die Taufe begründet die Zugehörigkeit zum Volk Gottes und in der Folge zur sichtbaren Kirche. Bei einem Übertritt aus einer anderen Konfession wird die Taufe deswegen nicht wiederholt.

Wer noch nicht getauft ist und Mitglied der evangelischen Kirche werden möchte, wird nach einer Einführung in die christliche Lehre getauft. Der Pfarrer oder die Pfarrerin der Gemeinde gibt Auskunft über Möglichkeiten einer solchen Einführung.

Wiedereintreten

Wer aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist, aber wieder eintreten möchte, kann diesen Schritt bei einem Pfarrer oder einer Pfarrerin vollziehen, oder sich an ein Propsteibüro oder eine Kircheneintrittsstelle wenden. Vor dem Wiedereintritt ist das Gespräch mit einem Pfarrer vorgesehen. Dabei geht es um die Vergewisserung, dass der Eintritt eine bewusste Entscheidung ist. Die Wiederaufnahme kann in einem Gottesdienst gefeiert werden, oder in einer kurzen Zeremonie in Gegenwart von zwei Mitgliedern des Kirchenvorstandes. Mitglied der Kirche wird man durch die Taufe. Wer getauft ist, gehört zur Gemeinschaft mit Jesus Christus und zur Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben. Es gibt also keinen Austritt aus der Gemeinschaft der Gläubigen. Deshalb findet auch beim Wiedereintritt keine zweite Taufe statt. Wenn man in Deutschland von Kirchenaustritt spricht, ist lediglich der steuerrechtliche Verwaltungsakt gemeint, bei dem Getaufte erklären, dass sie nicht mehr zu ihrer Religionsgemeinschaft gehören wollen.

Übertreten

Wer einer anderen christlichen Konfession angehört und in die evangelische Kirche eintreten will, muss zuvor aus der bisherigen Kirche austreten. Die Taufe wird bei einem Eintritt in die evangelische Kirche nicht wiederholt. Sofern der Eintretende nicht getauft ist, geschieht die Aufnahme in die evangelische Kirche durch die Taufe. Über den Konfessionswechsel eines getauften Kindes bis zum 14. Lebensjahr entscheiden nach der deutschen Rechtsprechung die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Allerdings kann der Wechsel nicht gegen den Willen des Kindes geschehen, wenn es das zwölfte Lebensjahr erreicht hat.

Rechte und Pflichten

Abendmahl, Patenamt, Stimmrecht, Kirchensteuer

Kirchenmitglieder haben das Recht, am Abendmahl teilzunehmen und das Patenamt auszuüben, an der Gemeindeversammlung teilzunehmen und, sofern sie älter als 16 Jahre sind, bei der Kirchenvorstandswahl zu stimmen. Religionsunmündige getaufte Kinder, die jünger als 14 Jahre sind, erwerben diese Rechte durch die Konfirmation, sofern sie nicht durch die Firmung oder einen ähnlichen Unterricht gegangen sind.

Kirchenmitglieder mit lohnsteuerpflichtigem Einkommen tragen durch ihre Kirchensteuer die Kosten der kirchlichen Arbeit mit. Die Kirchensteuer gibt es in Deutschland seit rund einhundert Jahren. Der entsprechende Artikel in der Weimarer Verfassung von 1919 wurde ins Grundgesetz der Bundesrepublik übernommen: Die großen Religionsgemeinschaften können als Körperschaften des öffentlichen Rechts unter Mithilfe des Staates Geld von ihren Mitgliedern einziehen. Die Höhe der Kirchensteuer ist an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt.

Dienste der Kirche finanzieren

Die Kirchensteuer finanziert die Dienste der Kirche. Im Prinzip entrichten alle Kirchenmitglieder Kirchensteuer. Faktisch aber zahlt nur rund ein Drittel der Mitglieder Kirchensteuer. Wer keine Lohn- oder Einkommensteuer entrichten muss, zahlt auch keine Kirchensteuer. Rentner zahlen höchstens für den Ertragsanteil der Rente Kirchensteuer, welcher der Einkommensteuer unterliegt. Der Kirchensteuersatz beträgt in Niedersachsen neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Durch diese Regelung werden die Kinder- und Familienfreibeträge (§ 51a ESTG.) berücksichtigt.

Brutto-
monats-
lohn
ledig Stkl.I
Verheiratet
Stkl.III
Verheiratet
1 Kind
Stkl.III/1
verheiratet
3 Kinder
Stkl. III/3
1000 €1,14 €0,00 €0,00 €0,00 €
2000 €22,79 €3,52 €0,00 €0,00 €
3000 €49,02 €24,31 €13,27 €0,00 €
4000 €79,83 €47,44 €35,19 €12,58 €
5000 €110,02 €69,07 €55,78 €31,09 €

(Beispiele zur Kirchensteuerberechnung nach der A-Tabelle)

Verkündigung, Diakonie, Denkmalpflege

Wer aus der Kirche austritt, muss durch den Wegfall der Kirchensteuer mehr Lohn- oder Einkommensteuer zahlen. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren, bei denen beide Ehepartner ein zu versteuerndes Einkommen haben und bei denen der eine Ehepartner der evangelischen, der andere aber der katholischen Kirche oder einer anderen steuerberechtigten Glaubensgemeinschaft angehört, wird die volle Kirchensteuer berechnet und auf die beiden Kirchen je zur Hälfte aufgeteilt.

Ist ein einkommensteuerpflichtiger Ehepartner konfessionslos, so wird die Kirchensteuer des zur evangelischen Kirche gehörenden einkommensteuerpflichtigen Ehepartners nach der in seiner Person gegebenen Bemessungsgrundlage entrichtet. In diesen Zusammenhang gehört das "besondere Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe". Es wird berechnet, wenn nur ein Ehepartner einer steuerberechtigten Kirche angehört und über kein oder nur über ein geringes Einkommen verfügt. Es wird nach einem gestaffelten Satz vom gemeinsam zu versteuernden Einkommen erhoben und ist deutlich niedriger als die Kirchensteuer.

Die Kirchen nutzen wegen des geringeren Verwaltungsaufwands die Möglichkeit, die Kirchensteuer von den Finanzämtern einziehen zu lassen. Für diese Dienstleistung zahlen die Kirchen dem Staat eine Vergütung.

Der größte Anteil der Kirchensteuer fließt in die Bereiche Seelsorge, Verkündigung und allgemeine Gemeindearbeit. Dazu gehören die Personalkosten, die Zuweisungen an die Kirchengemeinden, die übergemeindliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Aus- und Fortbildung von Ehrenamtlichen. Weitere Aufgabenfelder sind die diakonische Arbeit (soziale Einrichtungen, Sozialstationen, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser) und die evangelischen Kindertagesstätten. Zu den Kernaufgaben der Kirche gehört auch die Pflege und Unterhaltung der zahlreichen größtenteils denkmalgeschützten Kirchengebäude.

Gründe

Zwölf Gründe, in der Kirche zu sein

  1. Im christlichen Glauben bewahrt die Kirche eine Wahrheit, die Menschen sich nicht selber sagen können. Daraus ergeben sich Maßstäbe für ein verantwortungsbewusstes Leben.
  2. In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet.
  3. Die Kirche begleitet Menschen von der Geburt bis zum Tod. Das stärkt auf geheimnisvolle Weise.
  4. In der Kirche können Menschen an einer Hoffnung auf Gott teilhaben, die über den Tod hinausreicht.
  5. Die Kirche ist ein Ort der Ruhe und Besinnung. Unsere Gesellschaft ist gut beraten, wenn sie solche Orte pflegt.
  6. In der Kirche treten Menschen mit Gebeten und Gottesdiensten für andere ein. Sie tun das auch stellvertretend für die Gesellschaft.
  7. Die kirchlichen Sonn- und Feiertage mit ihren Themen, ihrer Musik und ihrer Atmosphäre prägen das Jahr. Die Kirche setzt sich dafür ein, diese Tage zu erhalten.
  8. In Seelsorge und Beratung der Kirche wird der ganze Mensch ernstgenommen und angenommen.
  9. In Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen der Kirche schaffen viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte ein besonderes, menschliches Klima.
  10. Wer die Kirche unterstützt, übt Solidarität mit den Schwachen und Benachteiligten.
  11. Kirchliche Musik und Kunst sind bis heute prägende Kräfte unserer Kultur.
  12. Wo immer Menschen hinkommen oder hinziehen, treffen sie auch die weltweite christliche Gemeinschaft. Dazu kann jede und jeder beitragen.