Diakonie vor Ort

Die neuen Kirchenvorstände sind schon längst im Amt. Die Gestaltungsräume nehmen immer mehr Fahrt auf und tatsächliche „Gestalt“ an und die Propsteisynoden konstituieren sich derzeit neu. Viel Aufbruch also überall in den Kirchen vor Ort. Eine gute Gelegenheit, einmal gezielt näher hinzuschauen: in die Propsteien, in die Gestaltungsräume und auch in die gute alte „Kirche im Dorf“. Was tut sich da so? Wer lebt hier eigentlich vor Ort? Wie geht es den Menschen bei uns und was treibt sie um? Das ist eine klassische Aufgabe der sog. Diakonieausschüsse – in Kirchengemeinden und Propsteien.

In den Statuten der Landeskirche heißt es, dass sich in allen Kirchengemeinden und Propsteien „Diakonieausschüsse“ bilden sollen. Das sind Gremien von Menschen, die sich aus dem christlichen Glauben heraus für den Nächsten ganz unmittelbar in den Gemeinden und Propsteien einsetzen. Dazu gehört etwa die Organisation von Besuchsdienstkreisen, von speziellen Unterstützungsangeboten für Geflüchtete, Familien oder Senioren, die Sammlung von Altkleidern (z.B. mit der diakonischen Deutschen Kleiderstiftung) oder auch Sammlungen für Projekte der Aktion „Brot-für-die-Welt“. Dabei müssen die Diakonieausschüsse nicht alles selber machen. Wichtig ist das Arbeiten im Netzwerk vor Ort- mit Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen, Partnern der Kirche, diakonischen Einrichtungen oder etwa der Kreisstelle der Diakonie, die hauptamtlich die Aktivitäten in Kirchen und Propsteien unterstützt.  

Die Diakonieausschüsse können dadurch eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Menschen vor Ort, den Kirchengemeinden und den Einrichtungen der Diakonie übernehmen. Als Ansprechpartner und „Kümmerer“ in den Gemeinden setzen sie sich für Information und Transparenz vorhandener Angebote ein, ohne selber zu sehr für alles verantwortlich zu sein. Dadurch wird auch die Arbeit der Diakonie Kreisstellen in besonderer Weise gestärkt und unterstützt. Hilfesuchende können schneller und besser unterstützt werden, dadurch dass die Wege in professionelle Strukturen und Angebote der Daseins-Vorsorge kürzer werden. Vielleicht wäre das ja auch für SIE etwas, eine Möglichkeit wo Sie sich einsetzen und engagieren können? Dann sprechen sie uns gerne an! Entweder über die örtlichen Pfarrämter, die Propsteien oder direkt in der Kreisstelle der Diakonie. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr

Ekke-Peter Seifert,

Beauftragter für Diakonie in den ev.-luth. Propsteien Helmstedt, Königslutter und Vorsfelde

Diakonie im Braunschweiger Land gemeinnützige GmbH

Kreisstelle Helmstedt – Kirchstr. 2 – 38350 Helmstedt

Telefon 05351 – 5383-10  - E-Mail: diakonie.helmstedt@diakonie-braunschweig.de

Pfarrverband Helmstedt-Nord

Vielleicht haben Sie ja im März in der Zeitung gelesen, dass Pfarrerin Frau Koch-Barche einen Probe-Gottesdienst im Seelsorgebezirk I des Pfarrverbands Helmstedt-Nord in Grasleben hält. Pfarrverband Helmstedt-Nord? Was ist das eigentlich?

Am 29. Mai 2015 beschloss die Landessynode der Evangelischen Landeskirche Braunschweig eine grundlegende Strukturreform in der Landeskirche. Statt der Struktur „Landeskirche - 13 Propsteien - unterschiedlich viele Gemeinden in den Propsteien“ gibt es jetzt die Struktur „Landeskirche - 13 Propsteien - jede davon in Gestaltungsräume aufgeteilt“. Dies soll die Zusammenarbeit zwischen den Pastoren und Kirchengemeinden verstärken und gleichzeitig bis 2020 die Gemeindepfarrstellen von 190 (im Jahr 2015) auf 170 reduzieren. Diese 170 Stellen sollen möglichst so verteilt werden, dass alle 389 Gemeinden der Landeskirche versorgt sind. Ein Gestaltungsraum soll die pfarramtliche Versorgung vor allem im ländlichen Bereich verbessern und zwischen drei und maximal sechs Pfarrstellen umfassen. Die Propsteivorstände der jeweiligen Propsteien mussten bis Juli 2016 ihre Propstei in Gestaltungsräume aufteilen.

So entstanden in der Propstei Helmstedt zwei Gestaltungsräume, grob gesagt der Nordkreis und der Südkreis. Und dann begann die Arbeit: Die Kirchenvorstände des Nord- bzw. Südkreises mussten sich zusammentun und eine Rechtsform sowie einen Namen für ihren Gestal- tungsraum finden. Sie konnten wählen zwischen drei Modellen der Zusammenarbeit: der Fusion, dem Pfarrverband und dem neuen Kirchengemeindeverband. Die Kirchenvorstände des Nordkreises haben sich nach vielen Treffen für den Pfarrverband entschieden, der den einzelnen Gemeinden die größtmögliche Freiheit und Eigenständigkeit zugesteht, ohne dass eine Zusammenarbeit ausgeschlossen wird.

So besteht der Pfarrverband Helmstedt Nord seit Anfang Januar 2018 und umfasst die Gemeinden Georg Calixt, St. Christophorus, St. Walpurgis (alle Helmstedt), St. Petri (Emmerstedt), Mariental-Barmke und St. Maria (Grasleben), ein Pfarrverband mit 10 Kirchtürmen. Die Kirchenvorstände treffen sich regelmäßig, um das Leben im Pfarrverband zu planen. Der Vorsitzende der Pfarrverbandsversammlung Helmstedt-Nord ist Herr Rhoden (Kirchenvorstand Mariental-Barmke), Pfarrerin Frau Grund (Kirchenvorstand Georg Calixt und zurzeit geschäftsführende Vakanzvertretung für Mariental-Barmke und St. Maria, Grasleben) ist geschäftsführende Pfarrerin.

Die Pfarrverbandsversammlung hat bereits ihr Gebiet in Seelsorgebezirke eingeteilt und die Gottesdienste am Himmelfahrtstag geplant. Im Augenblick  (März 2019) beschäftigt sie sich mit der Besetzung der Pfarrstelle im Seelsorgebezirk I (Mariental und St. Maria, Grasleben) sowie mit den Formen der Zusammenarbeit im Pfarrverband. Wunderbare Ideen wurden dazu in der letzten Pfarrverbandsversammlung vorgetragen.

Regine Wantier, Mitglied der Pfarrverbandsversammlung

Vakanzvertretung in Emmerstedt

Liebe Gemeinde in Emmerstedt,

mit dem Fortgang Ihrer Pfarrerin Claudia Glebe, der ich Gottes reichen Segen für ihren neuen Lebensweg wünsche, wurde ich mit der Vakanzverwaltung für Ihre Gemeinde beauftragt. Viele von Ihnen bringen sich mit Zeit, Kraft, Geduld und vielen Talenten in Ihre Kirchengemeinde und in Ihr Dorf ein. Allen möchte ich an dieser Stelle herzlich danken. Was mir in der Situation der „Vakanzvertretung“ möglich ist, möchte ich gern tun, um Sie über die „Verwaltung“ hinaus zu begleiten und Ihr Gemeindeleben zu stützen. Die Verwaltung und Geschäftsführung sind das eine, aber die Gemeinde lebt vom fröhlichen Miteinander „am Weinberg des Herrn.“ Hier möchte ich Ihnen begegnen. Ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit mit meiner Kollegin, Pfrn Madleen Pätow, die den Konfirmandenunterricht übernehmen wird.

Seien Sie alle im neuen Jahr behütet!

Mögen wir uns die Jahreslosung als Motto vor Augen halten:

 „Suche Frieden und jage ihm nach.“             Psalm 34,15

Ihre Pastorin Birgit Rengel, Tel: 05351-399052

Die Glocken läuten wieder

Der erste Bauabschnitt des Projektes „Kirchdach- und Mauerwerksanierung“ ist vollbracht. Die unterschiedlichen Gewerke um die Dach- und Mauerwerksanierung am Kirchturm – Zimmererarbeiten-, Dachdecker- und Dachklempnergewerke, Verschieferung des Turmes sind abgeschlossen. Last but not least runden die Sanierung und Teilerneuerung der Uhr, der Zifferblätter der Uhrengauben und ein neu eingebauter Falkeneinflug sowie die Sanierung und Vergoldung von Turmkrönung („Knöpfchen“) und Windfahne (Petrus) die Maßnahmen ab. „Die Gesamtarbeiten waren, das ist in den wöchentlichen Bauberatungen sehr deutlich geworden, äußerst komplex mit mehrfach in sich verschränkten Arbeitsschritten und Zusammenhängen und die Gelassenheit und Professionalität der Ausführenden ist nur sehr zu bewundern“ – freut sich Kirchenvorstand Joachim Scherrieble. Und als öffentlich hörbares Teilergebnis all dessen läuten ab sofort die Glocken vom Emmerstedt wieder.

Er freut sich auf den zweiten Bauabschnitt, die komplette Kirchdachsanierung, die noch im Februar beginnen soll.

Das Geheimniss ist gelüftet...

Pastorin Claudia Glebe sowie die Kirchenvorstände Karl-Heinz Reppert und Dr. Joachim Scherrieble fuhren am 14.09.2018 wie angekündigt mit den in der Kirchturmspitze gefundenen Zeitkapseln und den darin befindlichen versiegelten Papierdossiers nach Wolfenbüttel, um die Siegel dort professionell zu brechen und schauen, „welche Botschaften aus der Vergangenheit“ – so Kirchenvorstand Scherrieble – diese (ver-)bergen.

Zusammen mit Birgit Hoffmann, Leiterin des Landeskirchlichen Archivs in Wolfenbüttel, haben die drei Emmerstedter die Textdossiers geöffnet. Die beiden Textrollen waren jeweils mehrfach gesiegelt. „Siegel der Kirchengemeinde zu Emmerstedt“ steht dort zu lesen – in Kombination aus den verschiedenen (mehr oder weniger gut lesbaren) Siegeln auf dem jeweiligen Siegelwachs hinten auf den Textrollen.

„Eingelegt am 12. September 1888“ (oben) bzw. „Eingelegt am 11. Oktober 1859“ (unten) – steht in feinster Schrift auf den beiden Dossiers geschrieben.

Die jüngere der beiden Schrift-Rollen war als erstes dran – und es gelang tatsächlich, das eingeschlagene „feste Pergamentpapier – fast wie Butterbrotpapier“ aufzuklappen, ohne das Siegel zu zerstören und die darin befindlichen Papiere zur Seite herauszunehmen. Und was die vier „Entdecker“ nicht schlecht staunen machte, war insbesondere die Menge an Blättern, Briefen und Zeitungen, die in die beiden Dossiers „eingerollt“ waren. Desgleichen im Übrigen die zweite Zeitkapsel.

 

„Eingelegt am 12. September 1888“

 

Das Dossier vom 12. September 1888 enthält 14 Seiten ausführlichster Ausführungen von Albert Wandersleb, Pastor von Marienberg und Emmerstedt, sowie ein ähnlich ausführliches Manuskript von H. Buchtmann I., Erster Lehrer zu Emmerstedt à siehe hierzu Text – Transkribtion unten (Urkunde).

 

Als große Überraschung waren am 15. Mai 1963 – eingerollt in die Blätter aus dem Jahre 1888 – von Pastor Heinz-Georg Walisch ein Deckblatt, ein Schreiben und diverse Unterlagen eingesetzt worden, neben einem ebenfalls ausführlichen Brief (zu ähnlichen Inhalten wie die Vorgänger, jedoch deutlich geraffter) eine Ausgabe der Zeitschrift „Die Welt“ vom 31.12.1962 – eine Vorgehensweise, „ die mich sehr begeistert und für meine eigenen Überlegungen inspiriert“ – so Pfarrerin Glebe.

 

 

„Eingelegt am 11. Oktober 1859“

 

Der Lehrer Johann Heinrich beschrieb auf 11 Seiten (wie auch sein Nachfolger 29 Jahre später) die landwirtschaftlichen Produkte (einschließlich Anweisung, wie am besten zu düngen sie, um optimalen Ertrag zu erzielen, sowie deren Preise). Weiter umfasst der Text eine Beschreibung der überregionalen und nationalen Geschichte, des Ortes mit Amtsträgern, auch das (moralische) Verhalten und Fehlverhalten der Emmerstedter sowie immer ausführlichst den Bau, die Geschichte des Kirchbbaus und die Ausführung sowie die Ausführenden …

 

Die geistliche Beschreibung ist jeweils deutlich geprägt vom persönlichen Denken und vom Stil des jeweiligen Pastors …

 

Pastor Du Roi (1851-71) entfaltet auf 17 Seiten geistliche Ausführungen seine Beobachtungen zu Mensch und Zeit. Mit eingelegt im Dossier waren vier Münzen aus der Zeit – sie sollen original verpackt und versiegelt bleiben und „als Objekte aus der Vergangenheit“ (Glebe) quasi unberührt in die Zukunft leuchten werden ….

 

Wie geht es weiter?


Die ersten Einschätzungen – so Kirchenvorsteher Scherrieble – werden sich im Laufe der kommenden Wochen konkretisieren. Die Texte werden alle transkribiert und gescannt werden - und (so planen es Kirchenvorstand und Pastorin - am Erntedank-Fest nach Emmerstedt zurückkehren und im Pfarrhaus (in Vitrinen) ausgestellt werden.


Die nächste Frage bleibt, was denn dann gegen Ende des Jahres (der Termin steht noch nicht fest), die heutigen Emmerstedter den morgigen „mitgeben“ – will heißen in eine dritte Zeitkapsel einlegen – werden. „Typisch für unsere Zeit und Kultur im Gegensatz zu der unserer Vorfahrten sind die sicher veränderte Rolle der Frauen in der Gesellschaft, verdeutlicht an 50 Jahre Frauenordination, die enorme quantitative Präsenz und Bedeutung von Bildern im Gegensatz zur Schrift sowie die sich bis zur ‚Revolution 4.0‘ entwickelnde Digitalisierung - dies spielt bei Überlegungen zu den Inhalten neben den traditionellen sicher eine Rolle“ – so Scherrieble.


Es bleibt spannend!

 

Urkunde vom 12. September 1888 - Albert Wandersleb Pastor

 

Urkunde

Im Namen des drei einigen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes wird heute diese Urkunde sammt den im alten Knopf vorgefundenen Schriften in den Knopf des neu erbauten Kirchturmes zu Emmerstedt eingefügt, und durch Aufsetzen des Knopfes der Turmbau beendet.

Auf den Antrag der Gemeinde Emmerstedt wurde im Jahre 1887 mit Genehmigung des herzoglichen Konsistoriums zu Wolfenbüttel die alte baufällige Turmspitze abgebrochen und durch einen neuen Helm ersetzt. Dabei wurde auch der Turm zur Schaffung einer Glockenstube um ein Stockwerk erhöht. Eingeleitet wurde der Bau durch den Kirchenvorstand unter Vorsitz des Pastors Storch, welcher Ende des Monats August 1888 als Missionar nach Indien abreißt. An dessen Stelle trat am 2. September 1888 der Pastor Wandersleben aus Neuenhof bei Eisenach.

Dieses Jahr 1888 ist in der Zeitgeschichte durch den Tod zweier ausgezeichnet.
Kaiser Wilhelm I, Deutscher Kaiser und König von Preußen starb am 9. März 1888.
Kaiser Friedrich III, Deutscher Kaiser und König von Preußen starb am 15. Juni 1888.

Das Dorf Emmerstedt, welches Filiale von Kloster Marienberg ist, liegt circa eine halbe Stunde von der Stadt Helmstedt in westlicher Richtung entfernt, hat eine Einwohnerzahl von 800 Seelen und 113 Feuerstellen. Im verflossenen Jahrzehnt ist es im Jahre 1880 durch Hagelschlag dreimal, nämlich im Juni und am 5. Juli, heimgesucht worden.

Die Mitglieder des Kirchenvorstandes sind gegenwärtig:

Pastor Wandersleb zu Marienberg-Emmerstedt,

Schneidermeister H. Funke zu Emmerstedt,

Halbspänner H. Bartels daselbst, Tischlermeister Chr. Niemann daselbst,

Kotsasse W. Jürgens daselbst.

 

Mitglieder des Gemeinderates:

Gemeindevorsteher H. Würdelecke (?) Emmerstedt,

Schneidermeister H. Funke daselbst,

Halbspänner Fr. Schünemann daselbst,

B. Schünemann daselbst,

Halbspänner Chr. Schünemann daselbst,

Kotsasse Chr. Jasper daselbst,

Schuhmachermeister Andr. Schwarze daselbst,

Kotsasse Herbert (?) Meine daselbst,

Brinksitzer Fr. Bangemann daselbst,

Gastwirt H. Mensch daselbst,

Kotsasse k(?) Kacke daselbst.

 

Als Lehrer fungierten:

H. Buchtmann I. Erster Lehrer zu Emmerstedt.

Schomburg zweiter Lehrer zu Emmerstedt.

 

Mitglieder der Turmbau-Kommission:

Halbspänner H. Bartels Emmerstedt,

Halbspänner Chr. Schünemann daselbst,

H. Schüneman daselbst

Kotsasse Fr. Meine daselbst.

 

Der Bau ist nach einem Entwurf des herzoglichen Regierungsbaumeisters Wolf von dem Bauaufseher K. Hagemann ausgeführt, die staatliche Oberaufsicht übte dabei der herzogliche Kreisbauinspektor Gellert zu Helmstedt aus; beim Bau waren folgende Werckmeister beschäftigt:

Fr. Minner Maurermeister Helmstedt,

W. Wesemeyer Zimmermeister Helmstedt,

H. Wagener Dachdeckermeister Helmstedt,

H. Keuneke (?) Tischlermeister Emmerstedt,
H. Haberlandt Tischlermeister daselbst,

W. Krone Schmiedemeister daselbst,

G. Hesse Kupferschmiedemeister Helmstedt,

W. Waigel Schlossermeister daselbst,

H. Baumeister Klempnermeister daselbst, Ab. Lübeck Malermeister daselbst.

 

Das Werk des Baues ist bis heute durch Gottes gnädiges Behüten ohne Unfall irgendeines Menschen ausgeführt worden.

 

Der barmherzige Gott halte seine schützende Hand auch nur über die Arbeiter, die durch Aufsetzen des Knopfes es zu Ende bringen sollen. Er gebe in Gnaden, dass die Gemeinde Emmerstedt auch durch diesen Ton (?) sich weisen lasse zu dem Herrn aller Herren, dass sie sich durch die Glocken rufen lasse zu seinen Gottesdiensten und zu seinem heiligen Wort, und dass das Evangelium von dem Herrn Jesu Christi, dem hochgelobten Sohn Gottes, dem Gekreuzigten und Auferstandenen bleibe.

 

Auch in dieser Gemeinde der Brunnquell alles Lebens und die Kraft zu Seligkeit durch unseren Herrn Jesus Christus Amen.

Marienberg und Emmerstedt den 12. September 1888.

Albert Wandersleb Pastor

 

Helmstedt den 12. September 1888

K. Hagemann Bauaufseher

 

... Die Botschaft aus der Vergangenheit

Nach musikalischer Begrüßung durch den Posaunen-Chor „PosEmm“ wird das „Knöpfchen“ herabgelassen …

Ist da tatsächlich eine Nachricht aus der Vergangenheit enthalten?

Nach einigen Momenten ist die Überraschung groß – zwei bleierne Zeitkapseln liegen auf dem geschmückten Tisch …

Was diese wohl über die Jahrhunderte geschützt haben?

Zwei Dossiers vom ehemaligen Pfarrer Krumsieck zu Emmerstedt an seine Nachfolger.

… vom 11. Oktober 1859 und vom 12. September 1888

 

Aufgrund des äußerlich sehr gut erscheinenden Erscheinungszustandes der mehrfach versiegelten Papierdossiers entschieden Pfarrerin und Kirchenvorsteher, die Dokumente mit „professioneller“ Unterstützung des Landeskirchlichen Archives in Wolfenbüttel zu öffnen ... 

Die Botschaft aus der Vergangenheit - es bleibt weiter spannend!

 

Die Fotos wurden privat gemacht. Alle abgelichteten Personen haben hierzu ihr Einverständnis zum Ausdruck gebracht.

Botschaft aus der Vergangenheit

Im Rahmen der Sanierung von Kirchturm und Kirchdach der Sankt Petri Kirche zu Emmerstedt wird es am 7. September 2018 ein besonderes „Schmankerl“ geben.

In der Kugel von Kirchturmspitzen, dem Knöpfchen, werden traditionell Zeitkapseln hinterlegt. Im Gegensatz zu Grundsteinen, die selten geöffnet werden, wird bei der Renovierung von Kirchturmspitzen die Zeitkapsel geöffnet und diese Öffnung zu einem Ereignis mit regionaler Bedeutung.

Vor zwei Generationen war die letzte Baumaßnahme an der Emmerstedter Kirche. Die im Jahr 1954 in die goldene Krönung oben am Turm eingelassene goldene Kugel, wird am 7. September ab 14.00 Uhr von der Spitze des Turmes abmontiert und herab gelassen. Um 14.30 Uhr wird die Zeitkapsel geöffnet werden. Darin befindlich … – das ist das große Geheimnis!! – Eine Botschaft aus der Vergangenheit. Wurden dabei Münzen und Geldscheine, Zeitungen des Tages, neu verfasste Chroniken und statistische Informationen der Ortschaft oder Stadt „hinterlegt“?.

Kirchenvorstand, die evangelische und politische Gemeinde und Pfarrerin sind sehr gespannt, was die goldene Zeitkapsel enthält. Wenn Sie Zeit haben, kommen Sie dazu. Es ist ein besonderer Moment. Der Posaunenchor wird den feierlichen Moment musikalisch umrahmen, so dass es ein festlicher Moment werden könnte.

Und auch die noch spannendere Frage wird thematisiert werden, so Kirchenvorstand Dr. Joachim Scherrieble, „was werden wir in einigen Wochen in die Zeitkapsel legen, welche Botschaft für zukünftige Generationen hinterlassen wir in der goldenen Kugel?“

Vorerst schweigen die Glocken

Sanierungsarbeiten St. Petri zu Emmerstedt Projekt „Kirchdach- und Mauerwerksanierung“

Die eine oder der andere der aufmerksamen BeobachterInnen hat es vielleicht schon bemerkt, die Emmerstedter Kirche St. Petri – zumindest zunächst der Turm - ist seit einigen Tagen weithin sichtbar eingerüstet. Damit hat – nach Planungsvorlauf und Installation von Baustrom, Bauwasser sowie der Erstellung eines Holzschutzgutachtens (mit deutlich größeren Schäden in den Deckenauflagern des Turmes als erwartet) der erste Bauabschnitt der Gesamtbaumaßnahme im Rahmen des vom Amt für Regionalentwicklung mit EU-Mitteln geförderten Projektes „Unser Dorf soll schöner werden“ öffentlichkeitwirksam begonnen.

Unter anderem werden in den kommenden Wochen das Fassadenmauerwerk mit Dampf gereinigt, entsprechender Fugenmörtel untersucht, bzw. lose und zerstörte Fugen ausgearbeitet bzw. substanzerhaltend ausgearbeitet, Musterflächen zur künftigen Verfugung angelegt, Zwickelsteine bestandsorientiert eingesetzt bzw. Gurt- und Traufgesims sowie Fensterbänke und Schalllukengewände saniert, zunächst die Mauerkrone Turm saniert, die Schiefereindeckung erneuert / ersetzt, die Uhrziffernblätter repariert sowie die Krönung mit der Petrusfigur saniert / vergoldet …

Mit der Einrüstung des Kirchenschiffs und der kompletten denkmalgerechten Sanierung und Erneuerung des Kirchdaches wird diese dann fortgesetzt werden.

Neben den optischen Auffälligkeiten wird den Emmerstedtern vor allem das Läuten der Glocken fehlen, die dieser Tage „auf Eis gelegt“ – und bei Abschluss des ersten Bauabschnitts wieder in Betrieb genommen werden.

Joachim Scherrieble

Neuerungen bei den Geburtstagsbesuchen. ...Klicken Sie auf die Überschrift, danke.

Alles hat seine Zeit

Foto: Christian Zäske

Vor zwei Jahren hatte ich angekündigt, die Redaktionsarbeit im Gemeindebrief aufzugeben. Seit 2001 war ich als Vertreterin der Kirchengemeinde dabei. In 2007 zeichnete sich ein finanzieller Engpass ab, die Gestaltungdurch die Druckerei wurde zu teuer. Mutig habe ich dann ab 2008 den Gemeindebrief „selbst gebaut“. Angetrieben hat mich dieser Ansatz: „Alle gesellschaftlichen Kräfte stehen in der Verantwortung, den Zusammenhalt zu fördern und sich dem Auseinanderdriften entgegen zu stellen. Denn erst der Zusammenhalt macht ein Gemeinwesen stark und gibt jedem Einzelnen und der Gemeinschaft die Chance, sich frei zu entfalten und seine Potenziale auszuschöpfen.“ (Zitat: Dr.-Ing. Rolf Mayer, Aufsichtsratsvorsitzender BNW gGmbH)
Die Arbeit in der Redaktion hat mir sehr viel Spaß gemacht, es haben sich viele nette und interessante Kontakte ergeben. Mancher Kampf mit der Technik liegt hinter mir, ein großes Dankeschön an erster Stelle an meinen Mann für seine Geduld und die unermüdliche Unterstützung! Ein großer Dank geht auch an die Gemeindebriefdruckerei in Groß Oesingen, die Zusammenarbeit hat immer sehr gut geklappt. Auch den Redaktionsmitgliedern möchte ich herzlich für die lange und gute Zusammenarbeit danken. Ich bin an der Aufgabe Gemeindebrief gewachsen und konnte mein Potenzial ausschöpfen, jetzt ist Zeit für Neues.
Riesig überrascht und sehr erfreut war ich, als bei der letzten Redaktions-Sitzung im Juli 2017 Dr. Joachim Scherrieble kam, um mich - gemeinsam mit Hans-Jürgen Schünemann - mit einem Blumenstrauß zu verabschieden.
Schön, dass mit Vera und Christian Zäske nun würdige Nachfolger gefunden sind. Sie erstellen ab
der Winterausgabe den Gemeindebrief, ich wünsche ganz viel Freude und Erfolg dabei!
Irene Tarant

Fahrt in die Lutherstadt Wittenberg am 17. Juni 2017

Foto: Dr. Joachim Scherrieble

„Viel gelernt, viel gelacht, viel Freude und viel Gemeinschaft“ 


Am frühen Morgen verlies der mit 50 Aktiven der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Petri Emmerstedt vollbesetzte Bus der Firma Duckstein die heimischen Gefilde in Richtung Sachsen-Anhalt, Ursprungsland der Reformation.

Dr. Joachim Scherrieble hatte die Fahrt in die Lutherstadt Wittenberg - „zu den Wurzeln der Reformation" - als Dank für das persönliche Engagement der Teilnehmenden für St. Petri konzipiert. Zusammen mit Pfarrerin Claudia Glebe begrüßte er die bestens gelaunte Schar und erläuterte informative Hintergründe der zu Ende gehenden" Lutherdekade", insbesondere zur denkmalgerechten Sanierung der Luthergedenkstätten.

Ein besonderes Highlight war gleich die erste Station. Kirchmeister Bernhard Naumann persönlich begrüßte am Samstagmorgen die Emmerstedter in der Stadtkirche St. Marien Wittenberg, ältestes Gebäude Wittenbergs, Predigtkirche des Reformators mit diversen beeindruckenden Cranach-Werken und seit 1996 UNESCO Welterbestätte. Äußerst kenntnisreich, ansprechend und sehr persönlich sensibilisierte Naumann die engagierten Christen für die Besonderheiten "seiner" Kirche. In der „Mutterkirche der Reformation“ feierten die Lutherischen die Heilige Messe zum ersten Mal in deutscher Sprache und teilten das Abendmahl erstmals „in beiderlei Gestalt“, in Brot und Wein an die Gemeinde aus und der berühmte Maler Lucas Cranach der Ältere entwarf den Reformationsaltar. Über 2000 Mal predigte Martin Luther hier und hier heiratete er seine Katharina von Bora und taufte seine Kinder.

Eine Führung in der Nationalen Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze - 95 Menschen“ im Augusteum, einstiges Augustinerkloster und spätere Universität beim Lutherhaus, dem Wohnhaus der Familie Luther, vermittelte eine Einführung zu Martin Lutter und der Reformation. 95 Schätze - außergewöhnliche Exponate aus Luthers Umfeld – belegen die Spur des jungen Mönches auf seinem Weg zur Reformation. 95 Menschen mit ihrer jeweiligen persönlichen Beziehung zu Martin Luther und seinem Werk beleuchten das Wirken der Reformation in Literatur, Musik, Kunst, Philosophie und Politik vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Luther wurde bekämpft und bewundert, hat inspiriert und provoziert, berührt und abgestoßen.

Zur Mittagszeit boten ein reservierter Mittagstisch Gelegenheit zur Einkehr und parallel das 360 Grad-Panoramakunstwerk „Luther 1517“ von Yadegar Asisi eine Zeitreise und ein einzigartiges Gedenken an das Weltereignis. Eine eigens errichtete Rotunde beherbergt das ca. 15x75 Meter große Werk, ergänzt durch die an sakralen Werken orientierte Begleitmusik von Eric Babak, gepaart mit eingesprochenen Kommentaren. Ein echtes Erlebnis für die teilnehmenden Emmerstedter.

Die Schlosskirche, ebenfalls UNESCO-Welterbestätte seit 1996, stand am Nachmittag auf dem Programm. Weithin sichtbar erhebt sich der zylindrische, 88 Meter hohe Schlosskirchturm aus der Silhouette der Lutherstadt mit seiner filigran verzierten neugotischen Turmhaube (1885/92), unter der sich ein mit Mosaiksteinen gestaltetes Spruchband befindet, auf dem in metergroßen Buchstaben die Worte des Kirchenliedes Martin LuthersEin feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ zu lesen sind.

Berühmtheit erlangte die Kirche durch die Veröffentlichung der 95 lateinischen Disputationsthesen des Wittenberger Augustinermönchs und Theologieprofessors Martin Luther gegen den Ablassmissbrauch am 31. Oktober 1517, der Überlieferung nach an der Haupttür der Kirche (Thesenanschlag) – sowie per Briefe an kirchliche Vorgesetzte. Dank des damals bereits gut etablierten Buchdrucks verbreiteten sich die Thesen in Windeseile im ganzen Land – dies gilt bis heute als Beginn der Reformation, eines der zentralen Ereignisse der deutschen Geschichte. Ob Politik, Musik, Kunst, Wirtschaft, Soziales, Sprache oder Recht – kaum ein Lebensbereich blieb hiervon unberührt.

Ein Chorkonzert der ganz besonderen Art bot der Handglockenchor der Schlosskirche am Nachmittag im Rahmen der Konzertreihe „Musik um 3“. Unter der Leitung von Kantorin Sarah Herzer schufen die in den USA gekauften Handglocken, eine für die meisten vorher völlig unbekannte Art von Musikinstrumenten, berührende Klangwelten – und der einzigartige Klang und die besondere Spielweise der Handglocken zogen die Emmerstder in ihren Bann.

Eine Stadtführung mit der „Wittenberger Altstadtbahn“ bildete den Abschluss des Besuchsprogramms, bevor die Gruppe den Heimweg antrat, wunderbar unterhalten von Quizz- und Ratespiele „nicht nur zur Reformation“ durch Claudia Glebe.

Ein voller, rundum gelungener Tag, der den Dabei-Gewesenen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

"Was lange währt…" - ... Gestaltungsraum - beschlossene Sache

Mit der Entscheidung der Landessynode im Mai 2015 zur Bildung von Gestaltungsräumen hat ein umfangreicher Prozess der inhaltlichen Neuorientierung in unserer Landeskirche begonnen.
Stellen die Gestaltungsräume eine Chance dar oder wird hierdurch die Anbindung der Pfarrer an die Gemeinden gemindert, die hierdurch zu "Raumpfleger neuen Typs" werden?
Inzwischen haben die Propsteien über die Anzahl der Gestaltungsräume, ihre Grenzen und ihre Ausstattung mit Pfarrstellen entschieden.
Wie schon mehrfach berichtet, sind die Christen in der Propstei Helmstedt seit über einem Jahr dabei, sich in Teilgruppen sehr intensiv mit Ihrer organisatorischen Zukunft - und den beiden geplanten Gestaltungsräumen - zu beschäftigen. Die Arbeitsgruppe "Gestaltungsraum Helmstedt Nord", zu der St.
Petri Emmerstedt gehört, hat sich in sechs intensiven Abenden unter Anleitung der "Was lange währt…" - ... Gestaltungsraum - beschlossene Sache beiden Gemeindeberater Riikka Hinkelmann und Herbert Seevers mit konzeptionellen, organisatorischen und praktischen, mit inhaltlichen und nicht zuletzt mit persönlichen Fragen auseinander gesetzt und versucht, eine angemessene Rechtsform für die künftige
Zusammenarbeit zu finden.
- Welche Arbeitsschwerpunkte wollen wir zukünftig im Gestaltungsraum stärken?
- Was wird auch in Zukunft trotz geringerer Personalressourcen möglich sein?
- Welche Angebote und Arbeitsfelder wollenwir auf jeden Fall aufrechterhalten?
- Wer soll das in Zukunft vorrangig übernehmen?
- Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?
- Welche Arbeitsbereiche müssen oder können wir weglassen oder zentral an einem Ort anbieten?
- Was können wir uns jetzt gemeinsam leisten und finanzieren?
Der Kirchenvorstand St. Petri Emmerstedt hat im Mai 2017 folgenden Beschluss gefasst, der zwischenzeitlich von allen Kirchenvorständen im Gestaltungsraum so beschlossen wurde:
1. Es wird ein Pfarrverband im Bereich des Gestaltungsraums Helmstedt-Nord gebildet, der die Kirchengemeinden St. Petri Emmerstedt, Georg Calixt Helmstedt, St. Maria Grasleben, Mariental-Barmke, St. Christophorus Helmstedt und St. Walpurgis Helmstedt umfasst.
2. Der Sitz des Pfarramtes befindet sich in der Kirchengemeinde Georg Calixt, Klosterstraße 11.
3. Der Pfarrverband trägt den Namen „Pfarrverband Helmstedt-Nord“.
Wie geht es weiter?
Der Propst nimmt alle Beschlüsse der Kirchenvorstände auf und teilt dies dem Landeskirchenamt mit. Im Anschluss erlässt dieses eine entsprechende Kirchenverordnung und veröffentlicht sie im Amtsblatt. Daraufhin beruft der Propst die erste Pfarrverbandsversammlung ein, die einen Vorsitz und eine Geschäftsführung wählt und eine Agenda vereinbart. In den kommenden Monaten und Jahren wird
es sicher darum gehen, die strukturellen Rahmenbedingungen inhaltlich mit Leben zu füllen und das kirchliche Leben künftig gemeinsam und miteinander zu gestalten.
Auf dass, was lange währte, dann gut werde.
Dr. Joachim Scherrieble

14.04.-14.05.2017 – „Vergessener Ruf nach Gerechtigkeit".

Die Ausstellung im Gemeindehaus: 36 Bilder von Otto Pietzak.

Der Autodidakt Otto Pietzak schuf über 1000 Bildwerke. Die meisten sind feinsinnige Beobachtung und viele davon Beschreibungen des von ihm empfundenen gesellschaftlichen Unrechts. Sein langjähriger Freund, der promovierte Soziologe und Theologe Dr. E. Beichler, Kurator der Ausstellung, ermunterte den 1924 geborenen und in Emmerstedt lebenden Künstler wiederholt, seine Werke einer breiten Öffentlichkeit zugängig zu machen. So gekonnt Themen seiner Zeit in Bildmotive umzusetzen zu können, verdankt Pietzak laut Beichler „dem eigenen Schicksal, das ihn hierzu sensibilisierte und befähigte“.

Die Zeitkritik Otto Pietzaks als künstlerische Auseinandersetzung mit dem Heute und Denkanstoß zum Thema „Reformation und Gerechtigkeit". Alle 36 gezeigten Bilder des feinfühligen Beobachters und Künstlers sind in Emmerstedt entstanden. Die Ausstellung wurde vor Emmerstedt, im Neuen Rathaus der Lutherstadt Wittenberg und nach Emmerstedt in weiteren Stationen in Sachsen-Anhalt, dem „Ursprungsland der Reformation“ präsentiert.  Kooperation der Evang. Kirchengemeinde St. Petri zu Emmerstedt und des Fördervereins Emmerstedt e.V. mit der AG 60plus in Sachsen-Anhalt.

Die Bilder konnten während der Bürozeiten des Evangelischen Pfarramtes besichtigt werden.

Wer keine Gelegenheit hatte zur Ausstellung zu kommen, kann die Bilder in der Broschüre ansehen. Einige Exemplare sind auch noch im Büro erhältlich.

 

 


Kindergottesdienst in Emmerstedt?

Liebe Emmerstedter,               

leider gibt es hier seit längerem keinen Kindergottesdienst oder auch Sing- und Spielkreis mehr. Das lag aber nicht am mangelnden Angebot. Es bestand eine Zeitlang einfach kein Bedarf, die bestehende Gruppe wurde immer kleiner.

Jetzt ist es an der Zeit einen Neuanfang zu wagen!          

Sollten Sie Lust und Zeit haben sich, als Kirchenmitglied in der St. Petri Gemeinde, ehrenamtlich zu engagieren oder kennen Sie jemanden, der Interesse daran hätte, würden wir uns sehr freuen.

Der Gottesdienst würde sich an Kinder vom Kindergartenalter bis zu ca.10 Jahren wenden. Er muss  nicht jeden oder jeden zweiten Sonntag stattfinden. Solange die Räumlichkeiten frei sind, liegt der Wochentag, die Häufigkeit und die Uhrzeit ganz im Ermessen der Personen, die sich dafür finden würden.

Das Vorbereitungsmaterial kann von der Kirchengemeinde gestellt werden.

Bei Interesse haben Sie auch die Möglichkeit  Fortbildungen zu besuchen, ist aber nicht Pflicht.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und jetzt endlich etwas gefunden haben, was Ihnen richtig Spaß machen würde oder wenn Sie dazu noch unverbindliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an mich, Tel.33243

Für den Kirchenvorstand

Katrin Belger

Wer schaut nicht ab und an alte Fotos an, schwelgt in Erinnerungen oder freut sich, die Mutter oder den Vater, Oma oder Opa oder sich selbst und alte Freunde wieder zu finden?

Die Organisatoren des Gemeindefestes hatten sich deshalb für diesen Tag etwas Besonderes rund um die Konfirmation einfallen lassen. Sie präsentierten eine Ausstellung mit über 50 Konfirmationsfotos der vergangenen 97 Jahre, die noch mit Hilfe der Besucher zu ergänzen war.

Die Emmerstedter ließen sich nicht lange bitten, sie fragten, diskutierten, erkannten und beschrifteten bis in den späten Nachmittag hinein.

Eine rundum gelungene Aktion, die aber noch längst nicht komplett ist. So fehlen uns noch einige Konfirmationsjahrgänge und viele Namen unter den Bildern.

Ziel ist die "Vollständigkeit". Weiter gilt deshalb die herzliche Einladung, Fotos aus dem eigenen Archiv rauszusuchen und abzugeben, (Originale bekommen Sie wieder!) damit es auch beim nächsten Mal heißen kann: „Kommen Sie, schauen Sie, bringen Sie Fotos mit oder versuchen Sie zu erraten: Wer ist wer?

 

Gospelday 2015

Der Emmerstedter Gospelchor „color & joy“ nahm am Internationalen „Gospelday 2015“ mit einem Auftritt auf dem Helmstedter Marktplatz teil.

Pünktlich um 12 Uhr am Sonnabend, d. 19.09.2015 standen die Mitglieder des Chores, wie zehntausend Sänger in 250 Orten in der ganzen Welt (zeitversetzt) auch,auf der Rathaustreppe, um mit ihrem Gesang zu bewegen.

Mit dem Lied „we are changing the world“ (Wir verändern die Welt) komponiert und getextet von H.-Ch. Joachimsen, wollten sie auf Hunger, Armut und Sklaverei in der Welt aufmerksam machen. Erklärungen zu dieser Aktion sowie dem Gesang von „color & joy“ folgten ca.75 Passanten. Bei dem Refrain wurde kräftig mitgesungen. Der „Gospelday“ ist Teil der Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“, einer Initiative von Brot für die Welt und der Stiftung Creative Kirche. In Helmstedt wurde die Aktion mit dem SOLWODI-Arbeitskreis gestaltet.

 

Neue Pfarramtssekretärin

Seit dem 1. Juni 2014 ist Frau Dagmar Kaufmann unsere neue Pfarramtssekretärin. Die Sprechzeiten im Pfarrbüro sind jetzt jeden Mittwoch, von10:00-11:00 Uhr und von15:30-16:30 Uhr.

Frau Martina Herzog ist seit dem 1. Juli 2014 unsere neue Küsterin.

Darüber freuen wir uns sehr und heissen beide herzlich Willkommen!

Der Emmerstedter Posaunenchor feiert sein 25-jähriges Bestehen

In diesem Jahr besteht der Posaunenchor „PosEmm“ aus Emmerstedt 25 Jahre. Die etwa 25 Musiker zwischen 12 und 50 Jahren gestalten viele Gottesdienste und bereichern Feste, Feierlichkeiten und Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft mit ihrem Können. Aber auch überregional konnte sich der Chor einen Namen machen und ist gern gesehener Gast bei zahlreichen Veranstaltungen. Das abwechslungsreiche Repertoire umfasst Choräle und sakrale Begleitmusik ebenso wie Volksmusik, klassische Stücke sowie aktuelle Hits der Pop- und Rockmusik, Musicalmelodien und Filmsoundtracks.

Seit 2005 betreibt der PosEmm eine gezielte Jugendarbeit und Nachwuchsförderung. Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, die ein Blechblasinstrument erlernen möchten, werden im Gruppenunterricht vom erfahrenen Musikpädagogen Stefan Schmicker, der auch den Hauptchor leitet, ausgebildet. Ziel ist es, sich in der Gruppenarbeit langsam aber sicher das Repertoire des Hauptchores zu erarbeiten und nach und nach die komplette Proben- und Auftrittsarbeit des  PosEmm mitgestalten zu können.

Das Instrumentenangebot umfasst hierbei nicht nur die „typischen“ Blasinstrumente wie Trompete und Posaune, sondern auch Instrumente wie Tuba, Bariton, Tenor- und Waldhörner.

Was lange währt, wird endlich gut…

Ja, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde Emmerstedt, es ist vollbracht! Die letzten Arbeiten an den „Neuen Glocken“ konnten abgeschlossen werden, sodass uns nun auch wieder der altbekannte Stundenschlag durch den
Tag begleiten kann. Nach letztem erfolgreichem Verhandeln mit der Landeskirche konnte eine Einigung über die Finanzierung der ausstehenden Arbeiten erzielt werden. Dabei ging es speziell um die Anschaffung und Montage des Glockenschlages. Mit der neuen Form und des neuen Materials unserer
Glocken konnte das alte Schlagwerk und dessen ursprüngliche Position am Glockenstuhl nicht mehr verwendet werden. Wissenswert dabei ist, dass die Rippenform der Glocke den Anschlagpunkt definiert - am sogenannten
Schlagring. Der Klöppel und der Stundenschlag sollten genau dort, also an der Stelle der größten Wandstärke anschlagen. Ober- oder unterhalb besteht die Gefahr, dass die Glocke zerspringt. Im vollendeten Zustand ergibt sich damit für
unsere Glocken nachfolgendes Bild. Dabei gibt über das Schlagwerk die tontiefere Glocke den Stundenschlag und die tonhöhere Glocke
den Halbstunde schlag an. Besonderen Dank gilt dabei dem Ortsrat und der Feldmarkinteressentschaft, die mit ihren großzügigen Spenden den notwendigen restlichen Eigenanteil vervollständigten. Der Ortsrat kam dabei freundlicherweise einer historischen „Pflicht“ nach, die durch eine Anfrage
seitens Dr. Beichler an das landeskirchliche Archiv im Jahre 1997 bestätigt wurde. Dem Antwortschreiben des Archivreferates 32 konnte entnommen werden, dass 1853 erstmalig das Konsistorium auf die Pflicht der „politischen
Gemeinde“ für den Unterhalt der Turmuhr verwies. 1885 wurde die Verpflichtung im Rahmen einer Finanzierungsfrage nochmals ausdrücklich bestätigt.
Ebenso sehr freuen wir uns, dass nicht nur der Ortsrat, sondern auch die Feldmarkinteressentschaft in Zeiten schwieriger Finanzlagen wieder mal die Verantwortung bewiesen haben und dem Projekt zum Abschluss verhelfen
konnten. Nicht vergessen soll hier sein trotz vieler nicht immer für beide Seiten nur erfreuliche Gespräche unser Dank an das Landeskirchenamt, dessen Bauabteilung nicht nur ein hohes Maß an Fachwissen und Qualität bei der baulichen Betreuung der Maßnahme bewiesen hat, sondern deren Mitarbeiter bei aller Knappheit auch landeskirchlicher Kassen immer offen waren für
unsere Fragen, Anliegen und manchmal unorthodoxen Lösungsvorschläge. So können wir wirklich aus tiefer Überzeugung sagen:                                                           Was lange währt, wird endlich gut!
Damit ist die Arbeit des Glockenausschusses aber noch nicht ganz vorbei. Einige Nacharbeiten sind noch geplant, damit dieses besondere geschichtliche Ereignis weiter in Erinnerung bleibt. Geplant sind u.a. das Aufstellen der Altglocken mit einer Spendentafel, ein offizieller Termin zur Besichtigung und eine Dokumentation des ganzen Glockenprojektes.

Glocken für St. Petri zu Emmerstedt

Eine der letzten Aktivitäten zur Finanzierung der Glocken für Emmerstedt, der Ostfalen-Taler, der seit Mitte April u.a. bei der Volksbank Helmstedt eG erhältlich ist.

25. März 2011

Wie ein Pulsschlag des Dorfes begleitet das Läuten der beiden Kirchenglocken das dörfliche Leben in Emmerstedt als Information über die Uhrzeit, bei kirchlichen Feiertagen und besonderen Anlässen wie Taufen, Einschulung, Konfirmationen, Hochzeiten und Bestattungen.

Die beiden vorhandenen Glocken sind – in der „schlechten Zeit“ – 1923 in Dienst gestellt worden. Nach 85 Jahren Dienstzeit sind sie in einem derart desolaten Zustand, dass ein Neukauf dringend notwendig wurde. Der Kirchenvorstand, die Gemeinde und der eigens für die Anschaffung neuer Kirchenglocken 2009 gebildete Glockenausschuss, haben es sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2011 – anlässlich des 175 jährigen Kirch- und des 825 jährigen Dorf-Jubiläums – neue Glocken im Kirchturm anbringen und weihen zu lassen.

Obwohl ein Finanzierungsbedarf von insgesamt 70.000 € bestand, waren die Glockenaktivisten zuversichtlich, dass die Glocken in diesem Jahr in reinem neuen Klang erklingen würden. Sie gingen in die Vereine, sprachen Jubilare, und andere Einzelpersonen an, verhandelten mit potentiellen Zuwendungsgebern und stellten Anträge – und so gelang es einigen wenigen engagierten Emmerstedtern viele Menschen zu einer Spende für die neuen Glocken zu motivieren, die zur Identifikation mit dem Ort dienen. Bisher konnte auf diese Weise eine Spendensumme von über 35.000 € (!) eingeworben werden, die als „Eigenanteil“ der Kirchengemeinde weitere Fördermittel von 33.500 € generierte.

Dank dieser immensen Spenden von Privatleuten, Gewerbetreibenden und Vereinen im Dorf sowie Dank der zugesagten Unterstützung durch die Propstei, die Landeskirche sowie die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz – ist das Ziel erreicht, die neuen Kirchenglocken sind beauftragt und werden „plangemäß“ im Rahmen der Feierlichkeiten zum 825-jährigen Ortsjubiläum gegossen, eingeholt, geweiht und eingeläutet werden und ab Pfingsten im Ort erklingen.

Dr. Joachim Scherrieble und Peter Engel vom Kirchenvorstand begutachten die zu ersetzenden Glocken. Foto: Sven von Gräfe

„Ein Spruch für unsere Glocken“

Eingeschlossen in die Kalkulation war das Aufbringen jeweils eines Spruches. Eine der Glocken wird den Spruch tragen, der den Kirchenraum von St. Petri ziert: „Ehre sei Gott in der Höhe“. Für den Spruch auf der zweiten Glocke hatte der Glockenausschuss über den in jeden Haushalt gelangenden „Gemeindebrief“ einen Wettbewerb ausgeschrieben und die Bevölkerung eingeladen, Vorschläge einzusenden – bzw. später einen Spruch zu wählen. Insgesamt sind neun Vorschläge eingegangen. Gewählt für die zweite Glocke haben die Emmerstedter schließlich einen Vorschlag von Dr. Joachim Scherrieble, den bekannten Text von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag: Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“.

Weitere Sprüche in der Platzierung waren: „Herr, giff Seegen ower Dien Dörp“, „Vivos voco, mortuus plango, fulgura frango“ (Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze breche ich; Friedrich Schiller), „Oh Land, Land, Land, höre des Herren Wort“, „Aus Eintracht von Dorf und Kirche“, „Glocken sind wie Vögel: Sie fallen erst auf, wenn sie schweigen“, „Kein schöner Land in dieser Zeit“, „Schlägt Dir die Hoffnung fehl, nie fehle Dir das Hoffen! Ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen“ (Friedrich Rückert) sowie „Vocem meam audiet qui me tanget“ (Der, der mich berührt, wird meine Stimme hören).

Webseite gewinnt Medienpreis 2011

Bei der Preisverleihung am 11. März 2011 im Theologischen Zentrum Braunschweig überreichte Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber und der Laudator Henning Noske (Braunschweiger Zeitung) die Siegerurkunde an Peter Engel, Dr. Joachim Scherrieble, Silke Stoffels-Alder und Andreas Warmbein (WARMBEIN kommunikation, v.l.n.r.). Außerdem erhielten die Emmerstedter ein Preisgeld von 500 Euro. Foto: S. Hübner.

Die Internetpräsenz von St. Petri Emmerstedt gewinnt beim Medienpreis 2011 der Ev.-luth. Landeskirche Braunschweig in der Kategorie Webseite den zweiten Platz.
 
Neben dem Gemeindebrief, der seit nunmehr 40 Jahren – oder 160 Ausgaben – über Neuigkeiten aus St. Petri Emmerstedt berichtet, ist im Spätsommer vorigen Jahres die Webpräsenz der Kirchengemeinde an den Start gegangen. Sowohl der Gemeindebrief wie die Webseite informieren über Neuigkeiten aus St. Petri und aus dem Ort.

„Gerade in den gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüchen der Gegenwart erscheint es uns wichtig, die Menschen in Emmerstedt auch über das an Bedeutung gewinnende Medium „Internet“ zu begleiten, für sie als Ansprechpartner zu dienen, dabei auf kirchlich-diakonische Hilfsmöglichkeiten hinzuweisen, zu deren Inanspruchnahme einzuladen sowie eine intensive Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben zu fördern“, so Joachim Scherrieble, Initiator und Kirchenvorstand, der federführend an der Konzeption mitarbeitete.

Die historische Kirche steht nicht nur räumlich in der Mitte des beschaulichen Dorfs, sondern ist Dreh– und Angelpunkt des dörflichen Lebens. Diese zentrale Stellung als „Kirche im Dorf“ nimmt das Gebäude auch im – eigens für die Webseite entwickelten – Logo und in der Webseite ein.

Struktur

Unter dem in freundlichen Farben gehaltenen Foto von St. Petri sind den fünf Bereichen „St. Petri“ – „Kirchliches Leben“ – „Glaube“ – „Emmerstedt“ – „Kontakt“ insgesamt 26 Themenfelder zugeordnet, die sich beim Ansteuern mit dem Cursor öffnen. Diese Struktur, ergänzt durch Hyperlinks, die Querverweise zu wichtigen Begriffen ermöglichen, verbindet einladende, nutzerfreundliche Übersichtlichkeit mit der Vielfalt des kirchlichen Lebens in St. Petri. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter der Kirchengemeinde nutzen die Webseite zur Darstellung oder Dokumentation ihrer Aktivitäten.

Ziel und Umsetzung
 
Bei der Preisverleihung am 11. März 2011 im Theologischen Zentrum Braunschweig überreichte Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber und der Laudator Henning Noske (Braunschweiger Zeitung) die Siegerurkunde an Peter Engel, Dr. Joachim Scherrieble, Silke Stoffels-Alder und Andreas Warmbein (WARMBEIN kommunikation, v.l.n.r.).

Nach mehreren Monaten Planung und Umsetzung – mit Unterstützung der Werbeagentur WARMBEIN kommunikation – ging die Webseite Mitte 2010 an den Start. Ziel war es, eine ansprechende und übersichtliche Internetpräsenz zu gestalten, die das Prinzip „Kirche im Dorf“ und lebendige Eindrücke des Gemeindelebens vermittelt. Technisch basiert die Seite auf dem Content-Management-System Typo3 mit individuell „maßgeschneiderter“ Gestaltung. Ein – ehrenamtliches – Redaktionsteam (vor allem Silke Stoffels-Alder, Sabine Burchard und Dr. Joachim Scherrieble) verwaltet die Inhalte und gewährleistet Aktualität.

Auf der Startseite ist tagesaktuell die Herrnhuter Losung zu lesen. Bilder und Texte geben authentische Einblicke in das bunte Gemeindeleben. Dabei werden alle Sinne angesprochen – sogar der Geschmackssinn. So stehen die beliebtesten Rezepte vom Erntedank-Suppenbuffet zum Download bereit und regen zum Nachkochen an, ein Kindergebet und die Geschichte vom Schaf Molly zum Nachdenken.

Die Webseite erklärt wichtige Stationen einer christlichen Biografie von der Taufe bis zur Bestattung – jeweils mit Bezug zu Emmerstedt. Im internen Bereich stehen, durch ein Passwort geschützt, Dokumente für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter bereit. Neben der 175-jährigen Geschichte der Kirchengemeinde wird die fast 825-jährige Tradition des Helmstedter Ortsteils beleuchtet. Umfangreiche Kontaktinformationen lassen schnell den richtigen Ansprechpartner finden – von den Fleutchepiepers über die Frauenhilfe bis zum Finanzausschuss.

In der Landeskirche existieren mehr als 100 Gemeindebriefe und Gemeindewebseiten, wobei die Zahl der Internetpräsenzen in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Deswegen hatte sich die Landeskirche entschieden, diese neue Form der Gemeindepublizistik erstmals mit einem eigenen Preis auszustatten. Viele Gemeindebriefe und Webseiten werden nicht von einer einzigen Kirchengemeinde herausgegeben, sondern von Pfarrverbänden, zu denen sich mehrere Gemeinden zusammengeschlossen haben. Die Auflage der zumeist vierteljährlich erscheinen Gemeindebriefe beträgt rund 300.000 Exemplare. Auch in dieser Kategorie hatte sich St. Petri beworben – und eine achtbare Urkunde „mit Erfolg teilgenommen“ errungen.

Die prämierte Webseite www.kirche-emmerstedt.de lädt durch ihre ansprechende graphische Aufbereitung ein, sich einzulassen auf das kirchliche Leben, und macht neugierig auf St. Petri zu Emmerstedt.

Dankwort für Peter Engel zum 40-jährigen Jubiläum als Kirchenvorstand

27. Februar 2011

Eckehart Beichler, Sommersdorf

Lieber Peter und Silke Engel, liebe Emmerstedter, liebe Gäste!

Einige kennen meinen altbewährten Spruch schon von früher: Ja, es ist wahr: Ein „Peter Engel“ ist bereits vom Namen her so etwas wie der geborene Kirchenvorsteher für diese Gemeinde. Denn ein „Peter“ passt genau zu unserer St. Petri-Kirche. Und einen „Engel“ kann man im Kirchenvorstand immer gebrauchen!

Und nun hat unser Peter Engel sein Kirchenvorstandsamt also mehr als vier volle Jahrzehnte ausgefüllt. Als im Oktober vorigen Jahres mein Benefizkonzert lief, habe ich ja in meinem Dankwort schon auf sein Paralleljubiläum hingewiesen. Und ich finde es schön, dass wir es nun auch offiziell nachholen können. – Ich bin gebeten worden, aus diesem Anlass ein paar Sätze der Erinnerung zu sagen. Und als einer, der an den historischen Wurzeln für den heutigen Tag nicht ganz unschuldig ist, tue ich das natürlich gern.

Wie also hat einst das Kirchenvorsteherdasein unseren Peter Engel ereilt? Wie hat alles angefangen? – Schauen wir zurück!

Am 1. August 1970 gab es für die Gemeindegeschichte von St. Petri Emmerstedt (und eigentlich sogar für das gesamte Ortsleben) einen tiefen Einschnitt: Nach 43 Jahren Dienst als Küster und Kirchenvorsteher starb Ernst Markgraf. Ernst Markgraf war ein echtes Dorforiginal aus dem alten Emmerstedt. Und er hatte seinerseits sogar schon seinen Vater nach dessen rundem Vierteljahrhundert Kirchendienst abgelöst. Sein typischer Leitspruch, mit dem er übrigens auch mich gleich beim ersten Zusammentreffen 1968 begrüßt hat, war: „Die Pastöre kommen und gehen; aber die Gemeinde bleibt bestehen!“ – „Und dafür stehe ich“, hieß für ihn die logische Fortsetzung. Und auf seine Weise hatte Ernst Markgraf damit Recht. So war mit seinem Tod für Emmerstedt wirklich eine Ära zu Ende gegangen.

Wie sollte es nun weitergehen? Wir waren uns damals im Kirchenvorstand bald einig: Ernst Markgrafs wichtiges Erbe wird aufgeteilt! Und so kam es dann auch.

Den Küsterdienst übernahm das Ehepaar Alfred und Emmi Gröbke. Vorübergehend, wie sie damals sagten. Es sind über 30 Jahre daraus geworden. Und so hat die Kirchengemeinde St. Petri Emmerstedt, nebenbei bemerkt, das Kunststück fertig gebracht, ein volles Jahrhundert lang mit nur zwei Küsterfamilien auszukommen. Mit den Markgrafs und den Gröbkes. So viel Beständigkeit dürfte in unserer Propstei wohl einmalig gewesen sein!

Doch das betraf nur das Küsteramt. Wer aber sollte den zweiten Teil des Markgraf-Erbes übernehmen:  den Sitz im Kirchenvorstand? - Im Jahr 1970 schrieben wir noch die Zeit vor dem grundlegenden Einschnitt von 1972, als das neue kirchliche Wahlrecht von heute eingeführt wurde. Damals konnte der KV einen neuen Kirchenvorsteher noch aus eigener Machtvollkommenheit einfach kooptieren, wenn plötzlich ein Platz neu zu besetzen war.

Nun, ich selbst war damals noch Twen im Endstadium und dachte mir:  Es wäre schön, wenn ich nicht mehr der Jüngste im KV sein müsste! Deshalb habe ich bewusst Peter Engel vorgeschlagen. Wir haben ja nicht nur zusammen die Basketballabteilung des SV Emmerstedt gegründet. Wir hatten vor allem gerade die Taufe von Torsten Engel, Peters und Silkes erstem Kind, begangen. Und Peter brachte außer seiner strahlenden Jugend von 28 Jahren noch einen weiteren großen Vorzug mit. Er kam vom Windmühlenberg! Alte Emmerstedter wissen, was das bedeutet hat. Alle anderen Kirchenvorsteher kamen nämlich aus dem alten Dorfkern, abgesehen nur von Horst Parakenings, dem heimlichen Bürgermeister der Rottensiedlung.

All das waren kräftige Argumente. So war der KV bald überzeugt und meinte: das passt! Und auf diesem Wege wurde Peter zum damals jüngsten Emmerstedter Kirchenvorsteher, der nun ausgerechnet den verwaisten Platz des Ältesten einnahm  -  ein Sprung über fast zwei Generationen hinweg!

Peter hat zwei Jahre später dann selbstverständlich auch für den KV nach neuem Recht kandidiert. Und inzwischen ist er in seiner 7.Legislaturperiode angelangt. Das spricht für ihn. Und für seine St. Petri-Gemeinde. So meine ich.

Doch nicht nur ein solch langes Durchhaltevermögen ist ein Grund zu großem Dank. Aus meiner Sicht kommt noch das Wichtigste hinzu:  Gerade Peter Engel hat bei seiner ausgewiesenen Beharrlichkeit die vielen Neuerungen, die seit 1970 gelaufen sind, immer voll mitgetragen und tatkräftig unterstützt.

Stichpunkte dafür :  Gründung des Gemeinde-Diakonieausschusses und Besuchsdienstes Ende 1970. „Emmerstedter Gespräche“ und „Emmerstedter Gemeindebrief“ ab 1971, wobei Peter durchgehend von 1971 bis 2000, also fast drei Jahrzehnte in der Gemeindebriefredaktion mitgearbeitet hat. Seit 1972 dann die Flut der bis dahin in Emmerstedt unbekannten Konfirmationsjubiläen, seit 1974 Peters Mitorganisation der regelmäßigen Waldgottesdienste. 

1976 wurden Peter und Silke Engel Pioniere bei einem besonders wichtigen und zukunftsträchtigen Unternehmen in der Grauzone zwischen „erlaubt“ und „verboten“, das in den kommenden anderthalb Jahrzehnten bis auf die Landeskirchenebene durchschlug: dem zur tiefsten DDR-Zeit begonnenen Partnergemeinde-Kontakt nach Kürbitz/Weischlitz im Vogtland. Und Pioniere waren die Engels auch bei den unvergesslichen Gemeinde-Ferienaufenthalten Ost/West in Ungarn am Plattensee. Die Weischlitzer Partnerfamilie Krischik und das Ehepaar Engel besuchen sich ja noch heute regelmäßig gegenseitig.

Von 1980-86 lief mit unglaublich viel Hilfe der Emmerstedter Vereine die große Kirchenrenovierung. Peter Engel war voll dabei. Natürlich hat er auch zum Bauausschuss gehört, der zusammen mit dem gesamten Kirchenvorstand seit 1990 zehn volle Jahre lang um den Ausbau des für die zahlreichen Gemeindegruppen viel zu klein gewordenen Pfarrhauses gekämpft hat und sich am Ende durchgesetzt hat.

Und man könnte noch viel mehr Punkte nennen, an denen Peter kräftig mitbeteiligt war, alle inzwischen „jubiläumsreif“. Dazu gehören volle 30 Jahre regelmäßiger Lesedienst aller Kirchenvorstandsmitglieder im Gottesdienst - einst gemeinsam mit Edgar Dillner in der Partnergemeinde Kürbitz abgesehen. Ebenfalls bald 30 Jahre laufen die großen Gemeindefeste mit Basar und Zelten im Pfarrgarten. Gerade in diesem Jahr gibt es seit einem Vierteljahrhundert die Emmerstedter „Osternacht“. Und genau ein Vierteljahrhundert ist auch das 150-jährige Kirchbaujubiläum her, das ins große Emmerstedt Ortsjubiläum von 1986 mit eingebracht wurde ; im Festumzug übernahm Peter die Rolle eines der Kirchenältesten von 1836 auf dem Wege zur Grundsteinlegung seiner St. Petri-Kirche. Und so wie bei diesem Anlass, war immer wieder die enge, konstruktive Zusammenarbeit im seinerzeit von Bischof Krause beschriebenen „Kooperationsmodell“ mit den Emmerstedter Vereinen und dem Ortsrat angesagt.

All dies - und noch viel mehr aus jüngerer Zeit, die andere besser schildern können - gehört fest zur Emmerstedter Kirchenvorstandsgeschichte. - Aber da gilt :  Einer war seit über vierzig Jahren immer dabei, meist dort, wo kräftig zuzufassen war. Das war unser Peter Engel.  Und zumindest in einer Weichen stellenden Situation hat er ja wirklich den guten „Engel“ unserer „Peters-Gemeinde“ gespielt: Als sich vor 11 Jahren die fertige Personalplanung für den Vorsitz im KV zerschlug und von einer Stunde auf die andere ein neuer Kandidat gebraucht wurde. Da hat er ganz spontan Ja gesagt! Und bei diesem Ja ist er bis heute geblieben. – Lieber Peter :  Dafür ganz besonderen Dank !

„Die Pastöre kommen und gehen; aber die Gemeinde bleibt bestehen!“, hat einst Ernst Markgraf gesagt. Und er hat gewusst: „Dafür stehe ich!“ - Ein Peter Engel würde so etwas in seiner immer bescheidenen Art wohl nicht von sich denken oder gar sagen. Aber ein bisschen könnte man das von außen inzwischen so sehen.

 Zumindest das eine, lieber Peter, stimmt sicher : Mit deinem Vorgänger Ernst Markgraf zusammen hast du es bis zum heutigen Tage immerhin auf über 83 Kirchenvorstandsjahre gebracht und bei dieser Beständigkeit mit dafür gesorgt, dass uns um die Zukunft der Petersgemeinde Emmerstedt auch bei wechselnden Pastoren nicht bange sein muss. Das darf ich als einer dieser kommenden und gehenden Pastoren am heutigen Tage ruhig feststellen.

Und ich sage – im Namen aller hier Anwesenden – einfach: Vielen Dank dafür! -  Vor allem aber: Vielen Dank an den, der uns Menschen die Kraft für solche jahrzehntelangen Einsätze gibt! Er gibt sie ja nicht nur dir, sondern auch manchen anderen in unserer Kirche. Aber dir inzwischen seit dem denkwürdigen Kirchenvorstandsbeschluss von 1970. Es ist schön, dass das heißt: … seit über 40 Jahren.